Umgang mit religiöser Vielfalt

Die Broschüre: (K)Eine GlaubensfrageReligiöse Vielfalt im pädagogischen Miteinander präsentiert Kontroversen, Fragen und Erfahrungen zum Umgang mit Religionen in der pluralen Gesellschaft.

Topaktuell und für die Jugendarbeit schon überfällig bündelt der Sammelband Erkenntnisse aus Wissenschaft und Bildungspraxis und bietet somit in dem Bereich der Pädagogik Orientierung, wo gerade heute viel Unsicherheit und Unkenntins herrscht.
Die Broschüre ist wichtig, so der Herausgeber, weil Religion(en) an sich und das Verhältnis von Religionen zueinander in unserer Gesellschaft zunehmend als Problemfall wahrgenommen werden und weil in den letzten Jahren an Schulen eine Abnahme an religiöser Grundbildung und zugleich die Zunahme wechselseitiger religiöser Stereotype zu verzeichnen ist.

Dagegen setzen die Macher der Broschüre die Erkenntnis der Notwendigkeit der Anerkennung und Wertschätzung von Religion(en) in der Gesellschaft. Hier setzen ihre setzen Handlungsempfehlungen zum Umgang mit religiöser Vielfalt im pädagogischen Raum an:

In der vorliegenden Handreichung geht es nicht um Inhalte und Details der Weltanschauungen, nicht um Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen Religionen, nicht um eine Exegese ihrer Schriften oder um Deutungskämpfe einzelner Strömungen […]

Zu den notwendigen, unverzichtbaren Kompetenzen, die Pädagog*innen in die Lage versetzen, mit religiöser Vielfalt konstruktiv umzugehen, zählen andere: Was in einem demokratisch geregelten Miteinander von ihnen erwartet werden kann und muss, ist nämlich, dass sie das Grund- und Menschenrecht der positiven als auch negativen Religionsfreiheit als ein Selbstbestimmungsrecht der Jugendlichen respektieren.

Religiöse Zugehörigkeit?!

Es geht in der Broschüre vor allem um Fragen der religiösen Zugehörigkeit:

Wer wird als religiös wahrgenommen und wer nicht – unabhängig von der Selbstwahrnehmung? Wem wird eine religiöse Zugehörigkeit zugeschrieben und wem eher nicht? Wann wird Religion zu einem dominanten Identitätsmerkmal und wann nicht? Und womit hängen die unterschiedlichen Bewertungen zusammen?

Es wird angemerkt, dass religiöse Zugehörigkeit in den meisten Fällen bei Jugendlichen genauso wenig selbstbestimmt ist wie das Geschlecht, die soziale Herkunft und andere Identitätsmerkmale. Dennoch kann über religiöse Zugehörigkeit Diskriminierung,
Benachteiligung und Stigmatisierung ausgeübt werden.

Aufbau und Inhalt

Im ersten Kapitel wird religiöse Zugehörigkeit als Identitätsmerkmal eingeführt und die Vermischung von Religion mit Kultur und Ethnizität diskutiert.

Im zweiten Kapitel gibt es Beiträge und Analysen zur öffentlichen Wahrnehmung von Religionen im Allgemeinen und von bestimmten Religionen im Besonderen.

Im dritten Kapitel wird aus unterschiedlichen Perspektiven auf den rechtlichen Rahmen geschaut.

Im vierten Kapitel geht es um die Frage, wieso Radikalisierung so stark mit Religion und insbesondere mit dem Islam in Verbindung gebracht wird.

Im fünften Kapitel geben die Autoren einen Einblick in ihre pädagogische Haltung für die Arbeit mit Jugendlichen. Dabei steht die Perspektive von Betroffenen von Diskriminierung besonders im Fokus.

Abschließend werden im sechsten Kapitel konkrete Methoden aus der rassismuskritischen Bildungsarbeit vorgestellt.


Fazit: Eine wichtige Handreichung für die praktische pädagogische Arbeit empfehlenswert besonders für Lehrkräfte und Multiplikator*innen der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit!

Herausgegeben von der bildungsstätte anne frank unter:

http://www.bs-anne-frank.de/k-eineglaubensfrage