Das Buch „Deutschland Globalgeschichte einer Nation“ wagt deutsche Geschichte als transkulturelle Globalgeschichte zu erzählen.
Historikerinnen und Historiker, Publizisten und Kulturwissenschaftlerinnen erzählen darin, welche Einflüsse von Deutschland aus in die Welt hinausgingen und welche aus der Welt auf Deutschland einwirkten: von den Römern in Germanien bis zur Fluchtbewegung 2015, von der Gotik bis zu den «Golden Twenties», von der internationalen Dimension des Dreißigjährigen Krieges bis zur Verbindung der Energiewende mit Fukushima.
Wenn die Welt ein Dorf ist, so ist Deutschland ein Ortsteil dieses Dorfes. Wer diesen Band liest, erfährt, wie die Verbindungen zu den anderen Vierteln des global village entstanden sind und wie sie sich heute gestalten. Wir lernen, dass die ersten Kontakte Jahrhunderttausende zurückreichen, als die Besiedlung unserer Regionen in Europa begann. Von Anfang an waren die Beziehungen vielfältig und differenziert – denkt man etwa an das wechselvolle Verhältnis von Römern und Germanen, an die Gesandtschaft Karls des Großen an den Kalifenhof des Hârûn al-Rašid oder an die Gründung einer Universität in Prag, als ein neues Bildungsmodell die Alpen überquerte.
Es wird deutlich, welche materiellen und geistigen Möglichkeiten sich mit der Öffnung zur Welt verbanden, wenn wir die Handelsimperien der Fugger und Welser in den Blick nehmen oder uns die Geburt Deutschlands aus dem Geist des Humanismus bzw. die Inspiration Dürers durch seine Reise nach Venedig vor Augen führen.
Darüber hinaus macht das Buch auch die im 20. und 21. Jahrhundert immer enger werdende Verbindung Deutschlands und der Welt durch gewaltige Wirtschaftskrisen, weltweit vernetzten Terrorismus, die Folgen des Klimawandels, aber auch durch Grenzen überwindende, begeisternde Sportereignisse und Krankheiten lesbar.
Andreas Fahrmeir: Deutschland. Globalgeschichte einer Nation, C.H.Beck 2021
Das Buch ist für 5,00€ bei der Bundeszentrale für politische Bildung erhältlich.

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