FORTBILDUNG: Die Fortbildungsreihe „breit aufgestellt“ bietet 2016 Hilfe bei der pädagogischen Präventionsarbeit gegen Ungleichwertigkeitsvorstellungen und extrem rechtes Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft.

Ein Drittel der über 500 Anschläge gegen Flüchtlingsunterkünfte bis Oktober 2015, so die Polizei, wurden von Menschen verübt, die bisher nicht als „Rechts“ oder „Rechtsextrem“ auffällig wurden.

Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte

Wie die„Mitte“-Studien der Universität Leipzig zeigen, sind rechtes Gedankengut, Ungleichwertigkeitsvorstellungen bzw. gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit leider keine Randphänomene, sondern stabile Realitäten der gesellschaftlichen Mitte Deutschlands.

Es wird dringend Zeit, dass sich Schulen, Bildungseinrichtungen und Jugendarbeit mit dem Thema beschäftigen. Wir brauchen neue und zeitgemäße Konzepte von Vielfalt und Diversität und bei den Pädagogen und Multiplikator_innen ein Hintergrundwissen, über die Enstehung von Ungleichwertigkeitsvorstellungen.

breit aufgestellt

„Breit aufgestellt“ stellt daher die dahinterliegenden Einstellungen und Ideologien wie Rassismus, Behindertenfeindlichkeit, Nationalismus oder Sexismus in den Mittelpunkt der Fortbildung. Denn diese Phänomene sind nicht nur bei extrem rechten Gruppierungen, sondern auch in der Mitte der Gesellschafft zu finden. Sie können den Nährboden für die extreme Rechte bilden. Mit dem Ansatz der Intersektionalität werden die soziale Kategorien in der Fortbildung in ihrer Wechselwirkung untersucht.

An fünf Wochenenden werden ab März 2016 unter Bezug auf Intersektionalität und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit verschiedene Ideologieelemente des Rechtsextremismus hinsichtlich ihrer Verbreitung in der Mitte der Gesellschaft untersucht und bildungspraktische Zugänge zu ihrer Prävention betrachtet und erprobt.

Die Fortbildung orientiert sich an den praxisbezogenen Fragestellungen der Teilnehmenden und bietet umfangreiche Methoden und Materialien. Theorie, Selbstreflexion und Praxisqualifizierung stellen dabei die drei Säulen der Auseinandersetzung dar. Integriert wird in die Fortbildung die Erarbeitung und Auswertung eines Praxisprojekts in den jeweiligen Handlungsfeldern der Teilnehmenden.

Die Fortbildung richtet sich vor allem an politische BildnerInnen, PädagogInnen aus der allgemeinen Weiterbildung, LehrerInnen, SozialpädagogInnen und MitarbeiterInnen von Jugendeinrichtungen, aber auch an weitere AkteurInnen aus gesellschaftlichen Bereichen, die mit ausgrenzenden Einstellungen konfrontiert sind und darauf reagieren wollen (Betriebsräte, VereinsfunktionärInnen, Verwaltungsangestellte …).

Weitere Informationen über Ansatz und ReferentInnen, Organisatorisches und Termine sind dem Flyer und der Homepage zu entnehmen http://hamburg.arbeitundleben.de/pb/breitaufgestellt