Methodensammlung

 

Identitätsarbeit

Als Einstieg in die Identitätsarbeit eignen sich Runden, in denen die Jugendlichen zum gleichen Thema ihre individuellen Ausprägungen erzählen können. So können z.B. alle der Reihe ihren Schlüssel vorstellen und erzählen, was dieser über sie und ihren Alltag erzählt. Oder alle zeigen ihre Schuhe und erklären kurz, was diese über sie und ihre persönlichen Vorlieben und Anforderungen an Kleidung erzählen.

Im nächsten Schritt kann dann überlegt werden, welche Gruppen die eigene Art und Weise (z.B. sich zu kleiden) beeinflussen: die Familie, das Geschlecht, die Freunde, eine Religion, eine Altersgruppe etc. Daran anschließend kann dann gesammelt werden, welche Gemeinschaftsgruppen es noch alles gibt (Nation, soziale Schicht, politische Weltanschauung, Lifestyle, Sportart, Hobbies, Musikgeschmack etc.).

Dann gibt es eine Einzelarbeit, bei der alle aufgefordert sind , auf einem Blatt darzustellen, welche Gruppen momentan wichtige Teile ihrer Identität sind (z.B. die Handballgruppe, die Hip-Hop-Szene, die Veganer, die Raucher, die Pflegefamilie, die Schulklasse, die Freundesclique etc.). Je nach Zeit und Lust, können dabei große farbige Identitäts-Kunstwerke oder einfache schematische Darstellungen entstehen. Eine weitere Variante ist die Darstellung eines Lebensweges. Dieser soll darstellen, welche Orte und Gruppen die Jugendlichen in ihrem Leben bereits durchlaufen haben.

Methoden

Austausch zu den Identitätsarbeiten

Nach der Einzelarbeit stellen sich die Jugendlichen in Paaren oder Zweiergruppen ihre Identitätsarbeiten gegenseitig vor und kommen darüber ins Gespräch. Jede_r zeigt und erzählt nur, was er/sie teilen möchte. Dieser Schritt ist wichtig, da durch das Erzählen und Erklären noch einmal anders reflektiert wird.

Im abschließenden Plenum kann man die Teilnehmenden reihum bitten, jeweils einen Aspekt ihrer Identität vorzustellen. Alle anderen, die diesen Aspekt teilen, werden gebeten kurz aufzustehen. So ergibt sich ein erster Überblick über die Gesamtgruppe und ihre Teilidentitäten. Im Abschlussgespräch können folgende Punkte eine Rolle spielen:

  • Wie einfach oder schwer war die Identitätsarbeit?
  • Definiere ich mich – oder tun dies andere?
  • Welche Gruppen habe ich selbstgewählt, welche nicht (z.B. Herkunft, Geschlecht etc.)
  • Was ist in der Gesamtschau auf die gemeinsame Gruppe neu oder überraschend?

Gruppenkollage

Die Ergebnisse der einzelnen persönlichen Identitätsdarstellungen können am Ende zu einem Wand- oder Gruppenbild verbunden werden. Dieses sollte von allen gewollt und auch gemeinsam gestaltet werden. Wichtig ist, dass alle Jugendlichen dabei präsent sind und sich mit mehr als einem Identitätsaspekt selbstgewählt zeigen können. Neben der Herkunft, und der Sprache, sollten auch andere Aspekte, wie z.B. Hobbies etc. auftauchen. Mit Schattenschnitten, ausgedruckten Portraits, großen Blumen oder Wolken kann ein gemeinsames Gestaltungselement die Gruppenzugehörigkeit der Einzelnen illustrieren.


Gemeinsamkeiten thematisieren

Aufbauend auf der Identitätsarbeit können Gemeinsamkeiten in der Gruppe thematisiert werden. Das Thematisieren von Gemeinsamkeiten findet dabei immer vor der Beschäftigung mit Unterschieden statt. Damit wird ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass auch in vielfältigen Gruppen junge Menschen mehr miteinander verbindet als trennt.

Verbindungen finden

Was haben die Jugendlichen miteinander gemeinsam? Wer hat Geschwister? Wer hört gerne Hip-Hop? Wer spielt gerne Fußball? Wer kann kochen? Wer kann jonglieren? Wer möchte jonglieren lernen? Gefundene Gemeinsamkeiten können ein starker Kit sein, um eine Gruppe oder Einzelne miteinander in Verbindung zu setzen. Das Eigene wird im Fremden sichtbar und der Fremde damit vertrauter. Entdeckte Übereinstimmungen sind Berührungspunkte, die Gesprächsanlässe bieten und Verbundenheit erzeugen.

Es gibt vielfältige Methoden, die Gemeinsamkeiten thematisieren und bewusst machen. Viele funktionieren über das Ansprechen von bestimmten Eigenschaften oder Gruppenidentitäten zu denen sich die Anderen dann positionieren. Zum Beispiel ruft Jemand: „Alle die … „, und nennt eine Eigenschaft: „… eine Schwester/einen Hund/eine Narbe haben.“ Alle die die Eigenschaft teilen stehen auf und wechseln die Plätze. Hier noch ein paar komplexere Methoden …

Methoden


Unterschiede thematisieren


Umgang mit fremden Regelsystemen


Methodensammlungen

  • IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. (Hrsg.): Methoden der Internationalen Jugendarbeit für Projekte mit Geflüchteten, 2016: www.ijab.de/publikationen
  • Kreisjugendring München-Land (Hrsg.): Im Garten der Vielfalt: Bunt wächst gut! Diversity in der Kinder und Jugendarbeit, 2016: www.fluechtlinge-werden-freunde.de
  • Ansgar Drücker, Karin Reindlmeier, Ahmet Sinoplu, Eike Totter (Hrsg.): Diversitätsbewusste (internationale) Jugendarbeit, transfer e.V. 2014: www2.transfer-ev.de/uploads/handreichnung_dive.pdf
  • JUGEND für Europa (Hrsg.): More than culture. Diversitätsbewusste Bildung in der internationalen Jugendarbeit. Eine Handreichung für die Praxis, Bonn 2014, www.bit.ly/2fcNIRl
  • Theodor-Heuss-Kolleg (Hrsg.): Bildungsziel: Bürger. Methodenhandbuch für multinationale Seminare (2004) und Methodenhandbuch2: Mit Phantasie verändern – Kreative Methoden für multinationale Seminare (2006), MitOst-Berlin: www.mitost.org/editions
  • Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V. (Hrsg.): PerspektivWechsel. Theoretische Impulse & Methodische Anregungen, 2010: www.zwst-perspektivwechsel.de/archiv
  • Online-Methodenhandreichung, Bildungsteam Berlin Brandenburg: www.diversity.bildungsteam.de
  • Toolbox Interkulturelles Lernen auf DIJA.de von IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.: www.dija.de/ikl/
  • Toolbox internationale Jugendarbeit (Englisch): Icebreaker, Games, OutdoorActivities etc. vom europäischen Trainernetzwerk SALTO: www.salto-youth.net/tools/toolbox